Mit den letzten Aufräumarbeiten, ist  am 01.09.14 ein ereignisreiches und erfolgreiches Kapitel für den Box - Club Weißenburg zu Ende gegangen: Die 12. Deutsche Meisterschaft der Frauen, Juniorinnen und weiblichen Jugend im olympischen Boxen - in der letzten Augustwoche.

Beim BC Weißenburg war man sich bereits bei der Bewerbung um die Austragung dieser Meisterschaft bewusst, was man sich für eine Mammutaufgabe aufbürden würde. Dennoch standen bereits vor über einem Jahr alle Beteiligten und Mitglieder des Box - Clubs voll hinter ihrem Vorstand Karl-Heinrich Pauckner und seiner Entscheidung diese Veranstaltung nach Weißenburg zu holen. Bereits seit Monaten liefen die Vorbereitungen: Werbebanner, Plakate und Flyer wurden gestaltet, gedruckt, beklebt und aufgestellt, Hotelzimmer wurden gebucht, Sponsoren wurden akquiriert, Organisationspläne erstellt und vieles mehr.

Mittwoch den 27.08.2014 war es dann soweit. Mehrere Klassenzimmer des angrenzenden „Werner von Siemens Gymnasiums“ wurden zu Akkreditierungsräumen, Dopingkontrollräumen und Wiegeräumen umgestaltet, ein Ausschankwagen wurde bereitgestellt und der Gerätraum der Landkreishalle wurde zum Organisationsbüro mit mehreren Industriekopierern von „Büro Kaiser“ umfunktioniert. Die Halle selbst schmückten sämtliche Banner verschiedener Werbepartner sowie der Stadt Weißenburg, Teppiche waren ausgelegt, um den in der Mitte der Halle platzierten Ring, war für Ehrengäste bestuhlt worden und Blumenschmuck der Firma „Garten Strauß“ schuf das Ambiente für eine Galaveranstaltung.

Am späten Mittwochnachmittag erklang zum ersten Mal der Gong zur „Ersten Runde“. Noch bevor die Meisterschaft am Abend offiziell eröffnet wurde, mussten noch die „letzten“ Viertelfinalteilnehmerinnen ermittelt werden. Fünf Kämpfe, die schon einmal einen kleinen Vorgeschmack geben sollten, auf das was die Zuschauer die kommenden Tage erwarten durften.

Die offizielle Eröffnung der Meisterschaft fand dann am Abend im Rahmen eines „Bayerischen Abends“ statt. Neben dem Oberbürgermeister Herrn Jürgen Schröppel, welcher als Schirmherr der Veranstaltung fungierte, waren der stellvertretende Landrat Robert Westphal, dessen Sohn und Landtagsabgeordneter Manuel Westphal sowie einige weitere Persönlichkeiten aus der Politik, Sport und Wirtschaft zu Gast. Der Deutsche Boxverband (DBV) war mit hochrangigen Funktionären vertreten, allen voran dem Vizepräsident für Leistungssport Heinz-Günter Deuster, welcher, neben dem Schirmherrn Jürgen Schröppel, dem Landtagsabgeordneten Manuel Westphal sowie dem Vorsitzenden des BCW Karl-Heinrich Pauckner, einige Grußworte an die Gäste richtete. In feierlichem Ambiente mit einem fränkisch-bayerischen Büfett der „Metzgerei Struller“ und Weißenburger Bier der „Brauerei Schneider“ wurde die Meisterschaft offiziell eröffnet.

Am Donnerstag standen dann bereits drei Veranstaltungsteile (10:00 Uhr, 14:00 Uhr und 18:00 Uhr) mit den Viertelfinals in den jeweiligen Alters- und Gewichtsklassen auf dem Programm. Bei der Nachmittagsveranstaltung kam es für den BCW dann bereits im dritten Kampf zum ersten Highlight: Die Weißenburger Vorzeigeathletin Melanie Milles stieg in der Gewichtsklasse bis 57 kg in den Ring. Auch wenn sich Milles, welche in den Vorjahren immer wieder mit Medaillen glänzte, auf die Meisterschaft aus beruflichen Gründen nicht immer optimal vorbereiten konnte, so zeigte sie eine kämpferische Topleistung und setzte ihrer Kontrahentin immer wieder gut zu. Am Ende hat es für Melanie zwar nicht zum Halbfinaleinzug gereicht, dennoch kann sie mit dieser Leistung gegen eine sehr starke Gegnerin durchaus zufrieden sein und der Box - Club Weißenburg ist stolz eine so tolle Sportlerin in seinen Reihen zu haben. Die Abendveranstaltung wurde dann mit dem Einmarsch aller Landesverbände, sowie einer Liveperformance der Deutschen Nationalhymne eröffnet. Über den kompletten Wettkampftag zeigten die Sportlerinnen Boxen auf sehr hohem Niveau und machten deutlich, dass die Frauen zu ihren männlichen Kollegen mehr und mehr aufholen. Ein besonderer Höhepunkt für viele Boxfans war die Anwesenheit der deutschen Boxlegende Sven Ottke, welcher sich gerne für ein Erinnerungsfoto zur Verfügung stellte.

Die Halbfinalkämpfe beginnend am Freitagnachmittag ließen, aus sportlicher Sicht, weiterhin kaum Wünsche offen sodass Vorfreude auf die Finals am Samstag weiter steigen konnte. Einziger Wermutstropfen für die BCW-Verantwortlichen war, dass die Tribüne, abgesehen von den Athletinnen, nur spärlich mit Zuschauern besetzt war.

Der Finaltag starte dann um 15:00 Uhr mit den Kämpfen um die Meisterschaft der weiblichen Jugend und denen der Juniorinnen. Im Anschluss an die jeweiligen Kämpfe, fand dann direkt eine Siegerehrung auf dem „Treppchen“ statt, bei der sich die Athletinnen im Blitzlichtgewitter die eine oder andere Freudentränen nicht verdrücken konnten.

Pünktlich zu den Frauenfinals um 19:00 Uhr waren die Plätze der Ehrengäste, unter ihnen auch die Vierfache-Weltmeisterin Nikki Adler, komplett besetzt und auch die Tribüne füllte sich mehr und mehr. Ein weiteres Mal erhoben sich die Zuschauer zur live gesungenen Nationalhymne, bevor dann die endgültigen Entscheidungen der Meisterschaft fallen sollten. Angetrieben vom Traum den Gürtel der Deutschen Meisterin umgelegt zu bekommen schenkten sich die Kämpferinnen nichts. Das Publikum, allen voran der Boxverband Baden-Württemberg, machte nun richtig Stimmung und pushte die Sportlerinnen zu Höchstleistungen. Besonders groß war der Jubel über den Triumph von Diana Loichinger aus Regensburg welche neben Kristina Slobodyanikov die bayerischen Farben im Finale vertrat. Slobodyanikov musste sich der überragenden und zur „Besten Kämpferin des Turniers“ ausgezeichneten Azize Nimani geschlagen geben und gewann Silber. Als Verbandstrainer für Bayern fungierte neben Sandro Schaer und Alexander Angermann auch BCW-Coach Peter Stettinger. Alles in allem boten die acht Finalkämpfe der Frauen ein hervorragendes Niveau und rundeten somit vier Tage Spitzensport sehr gut ab. Den Pokal für den stärksten Landesverband sowohl bei den Frauen als auch bei der weiblichen Jugend sicherte sich Baden-Württemberg, bei den Juniorinnen durfte sich Simone Pauckner, stellvertretend als Frauenbeauftragte des BABV, für Bayern freuen.

Der Box - Club Weißenburg möchte sich nochmals ausdrücklich bei all denen bedanken, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben. Der organisatorische Aufwand bei knapp 100 Athletinnen, 12 Kampfrichtern, sowie Delegierten und Betreuern aus ganz Deutschland ist enorm. Auch wenn jeder seinen Teil dazu beigetragen hat, so ist es doch allen voran Karl-Heinrich Pauckner zu verdanken, dass wir eine Sportveranstaltung dieser Größenordnung hier in Weißenburg unter nahezu perfekten Bedingungen erleben durften.