Promis und faire Fights


BCW unterlag der Unterfranken-Auswahl deutlich mit 5:11 Punkten

 

 Eine deutliche 5:11-Niederlage kassierte der Boxclub Weißenburg am Samstag im Treuchtlinger Festzelt gegen die Auswahl aus Unterfranken. Schmerzlicher als das Ergebnis aus sportlicher Sicht war für den Club allerdings das Ausbleiben der Zuschauer an diesem Samstagnachmittag.

 

Die Weißenburger Boxer waren vor drei Jahren schon nicht einverstanden gewesen, als sie den seit Jahrzehnten gewohnten Termin am Sonntagvormittag zugunsten des Zeltgottesdienstes hatten räumen müssen. Den mageren
Besuch am vergangenen Samstag machten sie auch hauptsächlich an dem für sie ungünstigen Termin fest. Wer geht schon an einem Samstagnachmittag bei 30 Grad Außentemperatur in ein Zelt?

Dabei hatte sich der BCW dieses Jahr richtig Mühe gegeben und sogar internationale Promis ins Zelt geholt. Boxweltmeisterin Nikki Adler war den gesamten Kampf über vor Ort, gab Autogramme und ein Interview. Eine weitere Premiere war der Einsatz eines neuen Ringsprechers. Matthias Schiegl vertrat die BCW-Legende Dietmar Hanika, der den Job aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen konnte.

Wegen zweier Verletzungsausfälle war der Vergleichskampf auf acht Paarungen reduziert worden. Dafür gab es zwei qualitativ hochkarätige Sparrings, eines davon mit Emre Cukur, dem Sohn des ehemaligen Boxweltmeisters.

Der sportliche Vergleich begann für die Weißenburger mit einer Niederlage, wenn auch einer knappen. Im Kadetten-Bantamgewicht stand BCW-Kämpfer Nemanja Nikic dem Frankenmeister Samson Petrov gegenüber. Die Auseinandersetzung entschied sich erst in der letzten Runde, als Petrov bessere Treffer landete.

Der Kampf zwischen Marco Sporrer (BCW) und Daniel Rohleder im Halbschwergewicht war einer der heißesten des ganzen Nachmittags. Sporrer wurde in der ersten Runde angezählt, fightete sich aber zurück und setzte vor allem in der dritten Runde gute Treffer. Das Ergebnis war ein gerechtes Unentschieden.

 

 

Miroslav Nikic (BCW) zog gegen Yusuf Sultanoglu im dritten Kampf den Kürzeren, weil er etwas zögerlich wirkte. Beide Gegner hatten merklich Respekt voreinander. Eine Art Revanchekampf stand im vierten Durchgang zwischen Andrea Zimmer (BCW) und Jaqueline Hatcher im Programm. Beide sind in Bayern in der Spitze und lieferten sich einen verbissenen Fight, wobei Hatcher am Ende ihre Reichweitenvorteile nutzen konnte.


Nach der Pause, in der Nikki Adler erklärte, wie sie zum Kampfsport und dem Boxen gekommen ist, gab es den einzigen K.O. des Nachmittags. Florian Pickel (BCW) hielt in der ersten Runde noch gut gegen Raphael Rogers mit. Der jedoch wirkte dann wesentlich konzentrierter und traf seinen Gegner mehrmals hart. Pickel musste schießlich aufgeben.

Umgekehrt lief der Kampf zwischen Johannes Griesbauer (BCW) und Nikolaus Thiem. Der Weißenburger war seinem Gegner boxerisch haushoch überlegen, der sich immer wieder in unsaubere Aktionen flüchten musste und am Ende nach drei Ermahnungen disqualifiziert wurde.

 

 

Einen engen und qualitativ guten Kampf sah das Publikum schließlich zwischen den beiden deutschen  Nachwuchshoffnungen Dragana Pozderovic (BCW) und Anne Marie Retzer. Letztere boxt in der Nationalmannschaft
und bewies nach einem verbissenen Kampf mit einem klaren Punktsieg ihre Klasse.

Beim letzten Duell, bei dem der ehemalige Kickboxweltmeister Mike Jahr (BCW) gegen Namig Mammedov antrat, ging es nicht so klar zu, wie es nach dem Papier eigentlich hätte sein müssen. Mammedov erwies sich als harter Brocken und hochkarätiger Techniker. Jahr gewann, weil er einfach schneller auf den Beinen war und immer wieder gute Konter setzen
konnte.

 

Das Publikum kam an dem Nachmittag in jedem Fall auf seine Kosten: Hochkarätige Kämpfe, der Duft der internationalen Boxwelt und fairer Sport.

Und wiedereinmal lobten die beiden Vorstände, Heiner und Walter, das gesamte Team im Vordergrund und im Hintergrund für ihre "SUPER ARBEIT" !!!