Der zweite Volksfestsonntag ist offenbar die passende „Heimat“ für die Boxveranstaltung zum Treuchtlinger Volksfest.
Selten zuvor war das Festzelt beim Boxen so gut besucht. Dass der BCW im Revanchekampf gegen den FC Nürnberg mit 14:6 die Oberhand behielt, war fast nur eine Randnotiz.

 


Der Vorsitzende des Box-Clubs Weißenburg (BCW), Karl-Heinrich Pauckner, zeigte sich bei seiner Begrüßung richtig begeistert und versprach Boxsport der Superlative – was die ausgesprochen engagierten Kämpfe dann auch einlösten. Pauckner lobte das Treuchtlinger Volksfest insgesamt und freute sich über die Entscheidung, den Boxkampf wieder an einem Sonntag durchführen zu können.
Das Box-Ereignis war vom ersten Festsonntag verbannt worden, weil zu gleicher Zeit ein Gottesdienst eingeführt worden war (wir berichteten). Der Samstag erwies sich im vergangenen Jahr als ungeeignet. Jetzt sind alle Beteiligten zufrieden mit der gefundenen Lösung. Bürgermeister Werner Baum erklärte, dass die Terminentscheidung richtig gewesen sei und das Zelt am Vormittag des zweiten Festsonntags weiter den Boxern gehören werde. Bevor es in den Ring ging, bedankte sich noch der Chef der Nürnberger Boxer, dass er nach der letzten Niederlage gegen den BCW nun die Chance auf eine Revanche erhalten habe.

 Anschließend ging es ziemlich engagiert zur Sache. Den ersten Nachwuchskampf zwischen Dimitri Voit (FCN) und Mohamed Quarbani (BCW) im Weltergewicht der Jugend entschieden die Gäste nach Punkten knapp für sich. Joel Schmiddunser (BCW) holte danach im Halbschwergewicht gegen Robert Kestel (FCN) die Punkte nach Weißenburg. Einen klaren Sieg fuhr Lokalmatador Benedikt Langer (BCW) in seinem allerersten Boxkampf gegen Kevin Seebacher (FCN) ein, der ebenfalls zum ersten Mal im Ring stand.


Kämpferherz gezeigt
Ein richtiges Kämpferherz bewies im Anschluss Rakhim Shidaev (BCW), der im Jugend-Weltergewicht gegen den Frankenmeister Erciyas Mert (FCN) alles gab und durch seinen kompromisslosen Siegeswillen auch den klaren Punktsieg als Belohnung erhielt. Ihre erste Niederlage musste hingegen Nicole Sander (BCW) gegen Jessica Schadko (FCN) im Weltergewicht der Juniorinnen einstecken.
In der Pause zeigte Lilly Grabert, was kleine Mädchen alles draufhaben, und dass diese auch ordentlich zuschlagen können. Die neunjährige Nürnbergerin trainiert fünfmal pro Woche unter anderem auch in Weißenburg mit Peter Stettinger. Technisch
ist sie bereits weit vorn und Pauckner ist sich sicher, dass einmal etwas Großes aus der kleinen Lilly werden kann. Diese will nach eigener Aussage entweder Berufsboxerin werden – oder Zahnärztin, was zu vielen Schmunzlern im Zelt führte.

Nach der Pause ging es zunächst für den FCN erfolgreich weiter. Im Junioren-Weltergewicht standen sich Delil Dadaev (FCN) und Nemanja Nikic (BCW) gegenüber – mit dem besseren Ende für den Clubberer. Das war es dann aber auch mit den Siegen für die Nürnberger. Die restlichen vier Kämpfe gingen allesamt an Weißenburg.
Im einzelnen waren das Fakher Karrer gegen Christian Endres, Valid Tokosashvilli gegen Mike Jahr, Namig Mehmedov gegen Morrison Owuso und Thomas Hümmer gegen Marcell Steidle (Erstgenannte jeweils vom FCN).
Den technisch anspruchsvollsten Kampf lieferte das BCW-Zugpferd Mike Jahr ab. Das letzte Duell Hümmer gegen Steidle hätte man auch anders werten können.

Insgesamt waren beide Teams natürlich durch auswärtige Gast-Kämpfer verstärkt. Die Revanche der Nürnberger ging trotzdem daneben. Und so waren am Ende die Zuschauer sowie die Organisatoren rund um Pauckner und seinen Co. Walter Novotny rundum zufrieden mit dem Boxtag. Sie blicken mehr als optimistisch in die Zukunft, da im Verein ausreichend
Nachwuchs vorhanden ist und nun auch die Treuchtlinger Veranstaltung eine gute Zukunft hat.